Ein Filmemacher ist ein Geschichtenerzähler und Geschichten sind nunmal von Menschen für Menschen gemacht. Und um Geschichten wirklich gut erzählen zu können, muss man den Menschen an sich verstehen können, um eine Figur glaubwürdig zu zeigen und es dann für das Publikum verständlicher und nachvollziehbarer machen. Und da ist eben eine “Heldenreise” nicht einfach nur eine äußerliche Reise eines Protagonisten, sondern auch seine innere Reise mit psychologischer und philosophischer Erkenntnis, in welcher wir uns als Zuschauer mehr oder weniger spiegeln können.
Oft bin ich enttäuscht, wenn in einem Film eine bestimmte Figur für seine Psychologie und Philosphie unlogisch handelt und reagiert. Oder wenn schnell klar wird, dass in der Figurenentwicklung schlampig gearbeitet wurde. Dass nun bei Superheldenfilmen wie X-Men First Class, The Avengers und ganz besonders Batman - The Dark Knight gezielt auf die Psychologie der Figuren gearbeitet wird, die nun viel komplexer ist als nur “der Held, der mit großer Kraft nun lernen muss, auch große Verantwortung zu übernehmen”, zeigt das der Trend wohl dahin geht, dass auch die Regisseure alle kräftig am Drehbuch mitschreiben. Und irgendwie hilft es den Filmen doch extrem, da hier bereits eine enge Zusammenarbeit zwischen Regie und Autor besteht und man darauf wert legt, dass beide das gleiche Ziel vor Augen haben.
Christopher Nolan verdankt es auch seinem Bruder Jonathan Nolan (der wohl gern im Schatten des Bruders steht, denn er ist wohl genau so verantwortlich für alle erfolgreichen Drehbücher für die Batman-Filme und Inception und Memento, ist jedoch bei weitem nicht so bekannt wie Christopher), wenn beide Geschichtenschreiber und Geschichtenerzähler zusammen arbeiten, erwartet uns großes Kino.
So bin ich gern in meinen kurzen Off-Zeiten damit beschäftigt, die Themen Psychologie und Philosophie etwas mehr für mich zu definieren. Doch mir bleibt leider nicht immer genug Zeit und Energie, alles bis auf das tiefste Detail zu ergründen. Auch fehlt die Zeit in alle Bücher zu lesen, die ich vor mir liegen habe und brauche diese Infos stattdessen eher als schnelle Kost via Hörbuch oder Video-Journal. Vieles geht auch aus der Intuition und der Beobachtungsgabe heraus, da ist das Nachlesen nur noch ein Prüfgang und eine zusätzliche Bestätigung für das, was man sich schon dabei gedacht hatte. Zumindest trifft das auf die Psychologie zu. Bei der Philosophie jedoch gehe ich alles noch recht amateurhaft und kindlich naiv an, doch so hat das ja schließlich angefangen. Die simpelsten Kinderfragen haben dazu geführt, dass die größten Philosophen daraus gewachsen sind. So fahre ich nun auf meinen vielen langen Autofahrten inzwischen mit Hörbüchern bewaffnet, manchmal mit spannenden Geschichten von Stephen King und manchmal eben mit Infotainment wie Philosophie-Hörbücher.
Nun wachsen langsam bestimmte Erkenntnisse zusammen und helfen mir dabei, meine Filmgeschichten und andere zwischenmenschlichen Geschichten besser zu verstehen, zu schreiben und zu entdecken.
Für den guten Einstieg in die Welt der allgemeinen Philosophie empfehle ich darum, die Hörbücher von Richard David Precht. Ein wirklich kluger Mann mit einer tollen logischen Artikulation. Auch wenn es sehr kindlich ist (sind an sich auch Kinder- und Jugendbücher) aber ich bin da wie gesagt, noch recht naiv in dem Thema. Und auch hier werden Beispiele zur Veranschaulichung von Themen immer in Geschichten verpackt. Und aus “Es war einmal…” wird “Stell dir vor…”





